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21.07.16 12:04

 

Sommerempfang 2016

Handwerk fordert vom Land einfachere Ausschreibungen für lokale Betriebe

Kiel - Der Verband Handwerk Schleswig-Holstein e.V., Sprachrohr des freiwillig organisierten Handwerks im Norden für rund 7500 Betriebe, sieht die Branche gut aufgestellt für die Herausforderungen der Zukunft. Dies betreffe laut Präsident Thorsten Freiberg vor allem die voranschreitende Digitalisierung und Modernisierung des Handwerks unter Beibehaltung hoher Qualitätsansprüche. Zugleich mahnten Freiberg und seine Vorstandskollegen auf dem Sommerempfang ihres Verbandes in Kiel politische Weitsicht an: Das vom Kieler Landtag verabschiedete Tariftreuegesetz sei nur eine von vielen falschen politischen Weichenstellungen und stehe beispielhaft für die Gefährdung positiver wirtschaftlicher Entwicklungen im schleswigholsteinischen Handwerk durch die Politik.

„Neues wagen, technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen aufgreifen und sie innovativ vorantreiben, dabei Bewährtes erhalten und für Qualität einstehen: Das ist das gelebte unternehmerische Selbstverständnis im Handwerk“, führte Thorsten Freiberg vor rund 130 Gästen in der Kieler Sparkassen Arena aus. Auch das Handwerk erschließe sich, bei aller Verpflichtung zu gleichbleibend hoher Arbeitsqualität, „über das Internet neue Geschäftsmöglichkeiten in der zunehmend digitalisierten Wirtschaftswelt.“

In diesem Zusammenhang mahnte Freiberg Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zu einem schnelleren Ausbau des Glasfasernetzes. „Ich habe ich das Gefühl, dass wir schon viel weiter sein müssten und viele rechtliche, planerische und bürokratische Regelungen einem zügigen Ausbau entgegenstehen.“ Im Bereich Bildung forderte Freiberg eine angemessene „digitalisierungsspezifische Ausstattung der Bildungs- und Kompetenzzentren des Handwerks im Land“.

Das Tariftreuegesetz ist dem Verband und seinen Betrieben nach wie vor ein Dorn im Auge, weil es vor allem kleine bis mittlere Betriebe von der Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen abhält. Freiberg: „Wir haben festgestellt, dass sich fast 70 Prozent aller Betriebe nicht an einer Ausschreibung beteiligen würden. Offensichtlich liegt bei öffentlichen Aufträgen ein Missverhältnis zwischen Aufwand und Ertrag vor. Dies gilt insbesondere dann, wenn ostdeutsche Betriebe im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung mit zur Angebotsabgabe aufgefordert werden. Uns liegen zahlreiche Beispiele für diesen Fall vor. Jedes Mal ging der Zuschlag in den Osten. Es ist somit nicht verwunderlich, wenn sich unsere Betriebe nicht mehr beteiligen. Hier muss nachgesteuert werden, denn unsere Betriebe zahlen hier ihre Steuern und bieten hier Arbeitsplätze.“


Dateien:
PM_HSH_21.07.2016.pdf