Sie befinden sich hier:  Pressemitteilungen // 

Pressemitteilungen

23.02.17 10:29

 

Handwerk spricht sich gegen zusätzlichen Feiertag im Land aus

Freiberg: „Was unter anderem der DGB und die Piraten fordern, ist aus unserer Sicht nicht mehr als eine populistische Forderung in Zeiten des Wahlkampfes. Aus Verbands- und Betriebssicht lehnen wir das entschieden ab.“

Kiel - Auf dem Parlamentarischen Abend des Verbandes Handwerk Schleswig-Holstein e.V. hat Präsident Thorsten Freiberg heute die anwesenden Landtagsabgeordneten und Minister aufgefordert, von der Einführung eines weiteren Feiertags in Schleswig-Holstein Abstand zu nehmen. Freiberg: „Was unter anderem der DGB und die Piraten fordern, ist aus unserer Sicht nicht mehr als eine populistische Forderung in Zeiten des Wahlkampfes. Aus Verbands- und
Betriebssicht lehnen wir das entschieden ab.“

Freiberg zitierte dabei unter anderem Ludwig Erhard, der 1962 gesagt hatte: „Wir können nicht doppelt soviel verdienen, wie wir an Werten schaffen.“ Mit anderen Worten: Ein zusätzlicher gesetzlicher Feiertag hat in Schleswig-Holstein keine Berechtigung, weil die Unternehmen ihn schlichtweg nicht finanzieren können. Freiberg: „Die Argumentation, es würden keine wirtschaftlichen Nachteile entstehen, kann ich nicht nachvollziehen; erst recht, wenn man bedenkt, dass das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen bei uns im Norden knapp 20 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt und sogar rund 30 Prozent unter dem in Bayern liegt!“

Obwohl Auftragslage und Stimmung im Handwerk aktuell so gut seien wie selten, sind es laut Freiberg genau derlei Forderungen, die vor allem den Betrieben das Leben schwer machen. „Wir wollen hier nicht auf hohem Niveau stöhnen“, so Freiberg, „aber wenn wir nicht aufpassen, riskieren Landes- und Bundespolitik die aktuell gute Lage sowie das für neue Arbeitsplätze zwingend notwendige Wachstum schneller als gedacht.“

So mahnte Freiberg die Abgeordneten, die erneut versuchte Aushebelung des Meisterprivilegs durch die EU abzuwehren, endlich den erforderlichen Bürokratieabbau voranzubringen, das Durcheinander mit allein in Schleswig-Holstein drei unterschiedlichen Mindestlöhnen zu beenden, endlich die erforderlichen Investitionen in die Infrastruktur vorzunehmen, große Infratrukturprojekte wie die A20 und die Fehmarnbeltquerung professionell abzuarbeiten, die für die Zukunft so wichtige digitale Infrastruktur auf Vordermann zu bringen sowie neue zusätzliche Belastungen für Handwerksbetriebe zu vermeiden. Freiberg: „Alles, was die Politik verteilen will, muss von den Unternehmen erst einmal erarbeitet werden, und das funktioniert nicht mit den unterschiedlichsten Hürden und Hindernissen, die sich die Politik leider viel zu oft fernab der betrieblichen Realität immer wieder neu ausdenkt.“


Dateien:
PM_HSH_22.02.2017.pdf