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Pressemitteilungen

30.08.16 09:33

 

SPD-Äußerungen zur Dualen Ausbildung – „falsch und pauschal“

In der Debatte um die Bildungspolitik im Norden reagiert der Verband Handwerk Schleswig-Holstein e.V. mit goßer Verwunderung auf die Pressemitteilung des bildungspolitischen Sprechers der SPD-Landtagsfraktion, Martin Habersaat, vom vergangenen Freitag.

Präsident Thorsten Freiberg sagt: „Herr Habersaat behauptet, dass die Ausbildungsbedingungen und Vergütungen in der dualen Ausbildung schlecht seien. Für uns vom Handwerk sind das Pauschalierungen, die schlichtweg falsch und nicht im Ansatz mit Fakten belegbar sind.“ Derlei unbegründete Äußerungen schaden vielmehr dem Ansehen der Berufsausbildung und stehen im Widerspruch zu dem gesellschaftlichen und politischen Ziel, die berufliche Bildung zu stärken. Freiberg: „Wir kämpfen gegen den Fachkräftemangel, wir fördern attraktive Ausbildungsplätze für junge Menschen und wir bieten im Handwerk exzellente Fortbildungsmöglichkeiten – was Herr Habersaat da treibt, macht all diese Bemühungen für das Handwerk zunichte!“


Freiberg verwies dabei unter anderem auf die tarifvertraglich vereinbarten Ausbildungsvergütungen. So zahle beispielsweise ein Betrieb aus dem Bauhauptgewerbe seinen Auszubildenden je nach Ausbildungsjahr zwischen 755 und 1570 Euro, aus dem Fleischerhandwerk zwischen 500 und 720 Euro oder aus dem Elektrohandwerk zwischen 510 und 690 Euro.


„Ich frage mich, welches Gehaltsniveau Herr Habersaat in der Ausbildung erwartet“, so Freiberg. Die Höhe der Ausbildungsvergütung sei attraktiv und angemessen. Zudem sei es im Interesse aller Betriebe, den Auszubildenden gute Bedingungen zu bieten. Freiberg: „Mir ist kein Betrieb bekannt, der vorsätzlich schlecht ausbildet. Natürlich gibt es zwischen Betrieben Unterschiede. Aber diese werden auch durch die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung ausgeglichen.“


Freiberg wies zudem auf zahlreiche Studien hin, die Absolventen der beruflichen Bildung hervorragende Zukunftsaussichten bescheinigten. So hätten laut einer Studie des IAB (11/2015) beruflich Qualifizierte hervorragende Arbeitsmarktperspektiven. Die Erwerbslosenquote von Meistern liege bei gerade einmal 2,0 Prozent, die von akademisch Qualifizierten immerhin bei 2,5 Prozent. Auch das DIW hatte festgestellt, dass sich die Arbeitslosenquote bei beruflich Qualifizierten besser entwickelt habe als bei Akademikern (Wochenbericht 47.2015; S. 1131).


Abschließend fordert Freiberg von Habersaat und dessen Parteikollegen in Landesregierung und Landtagsfraktion ein klares und uneingeschränktes Bekenntnis zur beruflichen Bildung: „Wer für eine starke berufliche Bildung ist, darf nicht einseitig eine Steigerung der Abiturienten- und Akademikerquote fordern.“


Dateien:
PM_HSH_30.08.2016.pdf